Sprache & Volksmund

Ob Althohanisch oder die gemeine Zunge, hier unterrichten wir Dich über Begriffe und Redewendungen, die im Vereinten Hohanischen Reich genutzt werden. Lerne, wie ein richtiger hohanischer Bürger zu sprechen!
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Als sich Hohanen und Lymer vereinten, beeinflussten sie beide die gemeine Zunge. Viele Redewendungen und Sprichworte sind von Folklore gefärbt oder haben historische Hintergründe - nicht selten auf Kosten des Adels.


"Als wohne der Morgulin in dir."
Morgulin, bekannt aus hohanischen Mären, ist ein Riese, der Menschen und Yepharen verspeisen soll. Dabei hegt er einen unstillbaren Hunger. Daran ist auch das Sprichwort angelehnt und impliziert, jemand habe großen Appetit oder ist gierig.

"Da beginnen sogar die Hunde zu bellen."
Der Hamulii, eine Sagengestalt in Form eines zehnbeinigen Wolfes, solle sich laut einigen Erzählungen dadurch verraten, dass Hunde in seiner Gegenwart anfangen zu bellen und zu jaulen. Bei diesem Spruch handelt es sich um einen Hinweis: Ein Unterfangen ist bereits im Vorhinein zum Scheitern verurteilt, sogar ziemlich offensichtlich, was jemand anderes aber nicht sehen kann/ will.

"(Die) Edeburgerart"
Das Haus vun Edeburg, das einst gefürchtet und geachtet war, scheint heutzutage nicht nur ein Schatten seiner Selbst zu sein, sondern auch im allgemeinen Volk keinen guten Ruf zu genießen. Macht jemand etwas nach der 'Edeburgerart' lebt er vergeuderisch, ohne an andere zu denken. Zugleich nutzt man diese Redewendung für Mitmenschen, die man nicht schätzt und herabstufen möchte.

"Kein Greif mit Krone (sein)"
Diese Worte fallen vor allem dann, wenn jemand sich für wichtiger erachtet als er ist. Sie gehen auf das Haus da Lildain zurück, dessen Wappentier ein gekrönter Greif ist. Da niemand über ihnen steht, besagt die Redewendung, man spiele sich in Situationen auf.

"Mit der Zunge des Hahnes sprechen"
In der Vergangenheit zeigte sich die hohanische Familie Mungell als loyale Vasallen des Königshaus. Viele glauben, sie stimmen lediglich der Krone zu, statt selbst tätig zu werden. Der Hahn, der als festes Symbolbild für das Haus steht, ist rückgratlos. Spricht man mit einer 'Hahnenzunge', ist man ein Jasager, der anderen nur nachspricht.

"Selbst Yulgudas Worte haben Grenzen."
Die Yulguda macht verirrten Wanderern allerlei Versprechungen, um sie in ihr Haus zu locken. Wenn die Ansprüche einer Person so hoch sind, dass selbst die Hexe aus alten Geschichten, es nicht schaffen würde, einem gerecht zu werden, so sind die eigenen Vorstellungen unrealistisch und schlichtweg nicht umsetzbar. 

"Sicher wie ein Schaf am finsteren Waldesrand."
Auch dieses Sprichwort bedient sich der Sage um den Hamulii. Da er sich in der Nacht in Hainen aufhalten soll, wäre es naiv seine Tiere unbeaufsichtigt in Waldesnähe zu lassen. Man spricht mit dieser zugegeben sarkastischen Redewendung einer Sache seinen Unmut zu: Ein Unterfangen o.Ä. ist närrisch und man rät dringlich davon ab oder ist nicht davon überzeugt.

"Was Falter ist, kann kein Rabe sein."
Der Spruch, so banal er sich auch anhört, hat tiefe Wurzeln in der Kultur des alten Hohania, wo die Nimmerfalter auch desa yirlills genannt wurden, was übersetzt 'kleiner Rabe' bedeutet. Das führte für viele Lymer, die später ins Land kamen und die althohanische Sprache lernten, zu Verwechslungen, auch wenn bei bloßer Betrachtung beider Tiere, Motte und Rabe, sofort auffällt, dass beide kaum etwas gemeinsam haben. Während man dem Raben edle Attribute wie Weisheit und Vernunft zuspricht, ist die Motte in vielen hohanischen Erzählungen ein Unglücksbringer und daher verschrien. Der Nimmerfalter steht daher klar unter dem Raben und wird, so sehr er es auch versucht, niemals ein Vogel werden können. Heutzutage soll die Redewendung auf gesellschaftliche Klassen hindeuten, die nicht einfach überschritten werden können und jeder eine fest Rolle zu spielen hat.

"Warmes Reden entzündet kein Feuer im Kamin."
Egal, in wie ergreifende Tiraden jemand verfällt, es sind noch keine Taten. Jemand redet also nur, statt wirklich etwas zu bewirken.

"Wie das Blau bei Nacht"
Im Reich glauben viele an den Snagger, ein blaues, koboldartiges Geschöpf, das sich in sehr kalten Nächten an die Schlafenden heranschleichen und sich an dessen Füße klammern soll, um deren Wärme zu stehlen. Diese Sagengestalten, die als sehr lästig empfunden werden, werden daher gern als Vergleich herangezogen, um zu beschreiben, wie nervenzerrend etwas oder jemand ist.

"Wie gehörnte Streitrösser (sein) | Die Nase eines Seriyaaths (haben)"
Der Seriyaath-Familie spricht man eine gewisse Arroganz zu. Sie sprächen von oben herab und halten sich für erhabener. Mit diesem Ruf spielt man in den bekannten Redewendungen, die jemandem ähnliche Charakterzüge andichten sollen.

Althohanisch
Die althohanische Sprache, die lange vor der Krönung Melvans Ⅰ. im Land gesprochen wurde, ist heute in Vergessenheit geraten, als sich die gemeine Zunge durchsetzte.

Heutzutage spricht nur noch der Adel und wenige andere Althohanisch. Es ist zu einer Art geheimer Sprache geworden, die das Volk vergessen hat. Perfekt, um Nachrichten zu übermitteln, die nicht für alle Ohren bestimmt sind.

Pronomen
mii - ich
ta - du
tameh - er
tamah - sie Singular u. Plural; ihr
thazu - wir
tems - es
feh - Euch, Eure, Euer, förmliches Pronomen, wird nur benutzt, wenn die Person, mit der man spricht, höher gestellt ist als man selbst

Alltägliches
bowaaris - herzlichen Dank (förmlich)
bowar - danke (informell)
daip mii - ich vertraue (darauf)
xann - ja
dakha - nein
pabiraall/ pisgall - königliche Hoheit; zweites darf nur von engen Freunden/ nahestehenden Verwandten benutzt werden
fehar - förmliche Anrede für Adlige
hiliz mer - auf Wiedersehen; umgangssprachlich hile
kerheh mii fuud - lass mich allein
qiath bend - Verzeihung (informell)
qiathe bende mii - ich bitte um Verzeihung (förmlich)
qoro mii - ich schwöre
sal ta munje fuud - viel Glück
sal mii kerheh - ich bin einsam/ alleingelassen
tibregath - guten Tag (förmlich)
tibre - guten Tag (informell)
tibmon - guten Abend
tabhre - gute Nacht
till - verschwinde; geh
miwin - vermögend; reich; (selten auch negativ für 'protzig')
varnwin - arm; ärmlich
vinair mii kha - gehe mir aus den Augen; übersetzt 'verschwinde aus meinem Herzen'


Zwischenmenschliches
aavinai - mein Herz; mein Schatz; Kosename
deah - Mutter
deneeh - Vater
jeve ta mii - ich will dich
jevaha ta mii - ich begehre dich
lulbe - Freund(in)/ enge(r) Vertraute(r)
luloa - Schwester
luloe - Bruder
mea - Geliebte; Liebe des Lebens
menee - Geliebter; Liebe des Lebens
nualosh/ nua - Heimat
reaz ta mii - ich liebe dich
sal ta nua losh - du bist mein Zuhause
sal ta ruus - du bist mir wichtig


Beleidigungen
arla - Miststück
arlasep - eingebildet
bonjaa - Hexe; verfluchtes Weib
bonn - verflucht; mist!; Ausruf von Ärger
gep rok - widerliches Schwein
haenel - Verräter
jiskela - Liebelei; Affäre
megwas - Dämon; böswilliger Geist
qahiak - wertlos
viz - hinterhältig/ falsches Spiel; je nach Kontext auch hilfsbedürftige Person
varn - Bettler
web qahiak - wertloses Pack
webi - Sklave/ Diener
wudrurn - jemand, der sich für was besseres hält; Hochstapler
xowagarn/ xowag - unwillkommener Fremder; Kurzform 
yagis - Hure/ Hurenbock